Zulassung und TüV Eigenbau

Fahrzeugpapiere, Führerscheinfragen, ...die ganze Bürokratie.

Moderatoren: guidolenz123, Fichte

Antworten
MeisterGinxD
Beiträge: 6
Registriert: Sa 18. Okt 2025, 09:43
Fahrzeuge: noch Fußgänger

Zulassung und TüV Eigenbau

Beitrag von MeisterGinxD » So 19. Jul 2026, 17:12

Hallo Leute
Ich wollte mal fragen, ob jemand Erfahrung hat mit einem Eigenbau Fahrzeug im L6E Bereich zu zulassen und es beim TüV abnehmen zu lassen. Oder hat jemand Ahnung und ist TüvPrüfer und kann mir grob sagen, was kostentechnisch auf mich zu kommen würde.

Gruß MeisterGinxD

Benutzeravatar
rolf.g3
Beiträge: 10743
Registriert: So 6. Apr 2014, 09:38
Fahrzeuge: McCullogh Schneefräse
Aixam Mega Trucky
Mitsubishi MR 7 (czc) ;-)
Kubota T650 Einachser mit Anhänger
Scott Fahrrad
Wohnort: 98724 Neuhaus am Rennweg

Re: Zulassung und TüV Eigenbau

Beitrag von rolf.g3 » Mo 20. Jul 2026, 10:13

MeisterGinxD hat geschrieben:
So 19. Jul 2026, 17:12
Hallo Leute
Ich wollte mal fragen, ob jemand Erfahrung hat mit einem Eigenbau Fahrzeug im L6E Bereich zu zulassen und es beim TüV abnehmen zu lassen. Oder hat jemand Ahnung und ist TüvPrüfer und kann mir grob sagen, was kostentechnisch auf mich zu kommen würde.

Gruß MeisterGinxD
Bitte beschhreibe etwas näher was Du tun möchtest. Dazu hier zwei extrembeispiele:

Du kaufst einen 15 Jahre alten standartwagen, zB einen Aixm 400. Dieser Wagen ist zugelassen und fahrbereit - Du möchtest nur eine andere Auspuffanlage montieren - aus welchem Grund auch immer.
Du machst das - der Auspuff kommt jetzt seitlich raus und stammt zu 50 % vom Renault Clio unbd zu 50% vom VW Käfer, alles frei käufliche und einzeln zugelassene Bauteile - und fährst damit zum TÜV um den neuen Auspuff abnehmen zu lassen.
Das Problem: Der TÜV-Prüfer wird das so nicht abnehmen weil die Veränderung zu stark vom Original abweicht. Du musst zu einer Vollabnahme in ein anerkanntes Prüflabor. Hier wird nun geschaut ob das Fahrzeug in seiner Bauart die Veränderung vertragen kann, ob die Stabilität gegeben ist, ob das Projekt das Gesammtgewicht negativ beeinflusst hat, ob der Kasten lauter geworden ist, ob die Bremsanlage tut was sie soll ( obwohl hier nichts manipuliert wurde ! ) die Beleuchtung und sonstige Sicherheitseinrichtung.
Letztlich bekommst Du einen Prüfbericht der eine Zulassung des Fahrzeugs nicht möglich macht, egal wie toll Du den Mist verpopelt hast und wie viel Du dem Prüferteam an Fresskörben in den Kofferraum gestellt hast.
Begründung: Durch die Änderung der Abgasanlage wirst Du zum Hersteller des zu prüfenden Fahrzeugs. Der Originalhersteller wird gestrichen. Das Fahrzeug wird als Neuzulassung gewertet, damit muss auch der 15 Jahre alte Motor die neusten Abgasnormen erfüllen, und das wird er nicht können.
Fazit: Du hast sehr, sehr viel Geld bezahlt und sehr, sehr viel Zeit mit den studierten Ingenieuren verbracht haben, doch auch die können die Gesetze nicht verbiegen.
Änderungen der bestehenden Bauarten müssen einzel abgenommen werden.
Blos weil die Kisten nicht regelmäßig zum TÜV müssen bedeutet das nicht das der TÜV keine Rolle spielt. Kommt es zum Unfall oder ist bei einer Kontrolle etwas auffällig wird der Wagen untersucht und wenn die technische Geschichte vom bauartgenehmigten Vorgaben abweicht hast Du ein Problem.

Zweites Scenario: Du gehst in den Baumarkt und kaufst Eisenrohr und machst daraus ein lustiges Fahrzeug.
Der Motor erfüllt die aktuelle Abgasnorm und Du schaffst es unter der maximalen Gewichtseinstufung von 420 Kilogramm zu bleiben.
Wieder ins anerkannte Prüflabor. Hier wird nun auch die Montage geschaut: Sind die Schweißnähte im Industrieformat ( Nachweis vom Schweißer unabdingbar ) Materialangabe von Bauteilen, Sicherheitseinrichtungen usw...

Fazit: Es wird eher eine Lebensaufgabe als das es iregent einen Sinn macht ein selbstgebautes Fahrzeug in den Verkehr zu bekommen. Tob Dich aus und bau Deine Fahrzeuge - für den Betrieb auf Privatgelände und Rennstrecke durchaus legitim- und hab Spaß.

Erste Grundregel:

Hab immer ein fahrbereites Fahrzeug wenn Du beginnst ein Fahrzeug zu restaurieren/ zu bauen !

Bitte berichte

gr
- S - nur echt mit dem grünen Streifen :D

Wer anderen eine Grube gräbt, der hat eine Baugenehmigung

Hätte, wäre, wenn und aber gibt zum Schluss nur blöd Gelaber !

Benutzeravatar
guidolenz123
Beiträge: 21458
Registriert: Di 17. Feb 2009, 20:38
Fahrzeuge: Mercedes 500SEC Coupe
Krause Duo Dreirad
Simson Habicht
Wohnmobil Hymer 522 Bj 83
Trike Anthrotech
Velomobil Quest
Liegerad Challenge Wizard
Bergamont Pedelec
Hyosung Aquila Chopper
Jeep Commander Diesel
Smart 450 u Roadster
Wohnort: Ilmenau/Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Zulassung und TüV Eigenbau

Beitrag von guidolenz123 » Mo 20. Jul 2026, 13:31

Rolf hat Recht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


ISSO
Gruß Guido
Stattlicher Satzverständiger für sprachliche Irritationen
Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.

MeisterGinxD
Beiträge: 6
Registriert: Sa 18. Okt 2025, 09:43
Fahrzeuge: noch Fußgänger

Re: Zulassung und TüV Eigenbau

Beitrag von MeisterGinxD » Mo 20. Jul 2026, 18:10

rolf.g3 hat geschrieben:
Mo 20. Jul 2026, 10:13
MeisterGinxD hat geschrieben:
So 19. Jul 2026, 17:12
Hallo Leute
Ich wollte mal fragen, ob jemand Erfahrung hat mit einem Eigenbau Fahrzeug im L6E Bereich zu zulassen und es beim TüV abnehmen zu lassen. Oder hat jemand Ahnung und ist TüvPrüfer und kann mir grob sagen, was kostentechnisch auf mich zu kommen würde.

Gruß MeisterGinxD
Bitte beschhreibe etwas näher was Du tun möchtest. Dazu hier zwei extrembeispiele:

Du kaufst einen 15 Jahre alten standartwagen, zB einen Aixm 400. Dieser Wagen ist zugelassen und fahrbereit - Du möchtest nur eine andere Auspuffanlage montieren - aus welchem Grund auch immer.
Du machst das - der Auspuff kommt jetzt seitlich raus und stammt zu 50 % vom Renault Clio unbd zu 50% vom VW Käfer, alles frei käufliche und einzeln zugelassene Bauteile - und fährst damit zum TÜV um den neuen Auspuff abnehmen zu lassen.
Das Problem: Der TÜV-Prüfer wird das so nicht abnehmen weil die Veränderung zu stark vom Original abweicht. Du musst zu einer Vollabnahme in ein anerkanntes Prüflabor. Hier wird nun geschaut ob das Fahrzeug in seiner Bauart die Veränderung vertragen kann, ob die Stabilität gegeben ist, ob das Projekt das Gesammtgewicht negativ beeinflusst hat, ob der Kasten lauter geworden ist, ob die Bremsanlage tut was sie soll ( obwohl hier nichts manipuliert wurde ! ) die Beleuchtung und sonstige Sicherheitseinrichtung.
Letztlich bekommst Du einen Prüfbericht der eine Zulassung des Fahrzeugs nicht möglich macht, egal wie toll Du den Mist verpopelt hast und wie viel Du dem Prüferteam an Fresskörben in den Kofferraum gestellt hast.
Begründung: Durch die Änderung der Abgasanlage wirst Du zum Hersteller des zu prüfenden Fahrzeugs. Der Originalhersteller wird gestrichen. Das Fahrzeug wird als Neuzulassung gewertet, damit muss auch der 15 Jahre alte Motor die neusten Abgasnormen erfüllen, und das wird er nicht können.
Fazit: Du hast sehr, sehr viel Geld bezahlt und sehr, sehr viel Zeit mit den studierten Ingenieuren verbracht haben, doch auch die können die Gesetze nicht verbiegen.
Änderungen der bestehenden Bauarten müssen einzel abgenommen werden.
Blos weil die Kisten nicht regelmäßig zum TÜV müssen bedeutet das nicht das der TÜV keine Rolle spielt. Kommt es zum Unfall oder ist bei einer Kontrolle etwas auffällig wird der Wagen untersucht und wenn die technische Geschichte vom bauartgenehmigten Vorgaben abweicht hast Du ein Problem.

Zweites Scenario: Du gehst in den Baumarkt und kaufst Eisenrohr und machst daraus ein lustiges Fahrzeug.
Der Motor erfüllt die aktuelle Abgasnorm und Du schaffst es unter der maximalen Gewichtseinstufung von 420 Kilogramm zu bleiben.
Wieder ins anerkannte Prüflabor. Hier wird nun auch die Montage geschaut: Sind die Schweißnähte im Industrieformat ( Nachweis vom Schweißer unabdingbar ) Materialangabe von Bauteilen, Sicherheitseinrichtungen usw...

Fazit: Es wird eher eine Lebensaufgabe als das es iregent einen Sinn macht ein selbstgebautes Fahrzeug in den Verkehr zu bekommen. Tob Dich aus und bau Deine Fahrzeuge - für den Betrieb auf Privatgelände und Rennstrecke durchaus legitim- und hab Spaß.

Erste Grundregel:

Hab immer ein fahrbereites Fahrzeug wenn Du beginnst ein Fahrzeug zu restaurieren/ zu bauen !

Bitte berichte

gr
Danke Rolf für deine ausführliche Antwort.
Bei mir würde tatsächlich Nummer 2 zu treffen. Also ich baue ein eigenen Rahmen, setze dort ein Aixam 400 Motor drauf und übernehme von dem Aixam dann auch die Lenkung, Getriebe und sonstige Elektronik oder sicherheitsrevelanten sachen.

ich habe tatsöchlich auch mit einem TÜV Prüfer gesprochen und er meinte, das auf jeden Teil das E kennzeichen drauf sein muss und es muss eine Einzelabnahme gemacht werden. Soweit ich es in erinnerung habe. Also das ganze Fahrzeug wird dann als L6E Fahrzeug einmal komplett abgenommen. So hat er mir das erzählt.

Antworten